LV Baden-Württemberg || Termine

LV BW-Stetten Film im Gespräch: ICH KLAGE AN

Der Berufsverband Heilerziehungspflege in Stetten und das Kommunalen Kino Weinstadt laden ein zum Film im Gespräch:

ICH KLAGE AN
Deutschland 1941, 120 min, Regie: Wolfgang Liebeneiner

Montag, 17. Juli 2017 um 19:00 Uhr
Sommersaal, Diakonie Stetten e.V.
Schloßberg 2, 71394 Kernen / Stetten i.R.
Eintritt frei

Ich klage an ist ein deutscher NS-Propagandafilm, der 1941 uraufgeführt wurde. Der Film ist heute in Deutschland nur eingeschränkt zu sehen (Vorbehaltsfilm). Zur Einführung spricht Mi- chael Kleinschmidt (Köln) vom Institut für Kino und Filmkultur.
Der Film erzählt die Geschichte einer unheilbar an Multipler Sklerose erkrankten Frau (Heidemarie Hatheyer), die auf ihr ausdrückliches Verlangen von ihrem Ehemann, dem Medi- ziner Professor Heyt (Paul Hartmann), durch Verabreichung einer Überdosis ihres Medika- ments getötet wird. Ihr Hausarzt (Mathias Wieman) hatte ihr Ansinnen zuvor abgelehnt, er befürwortet den Gnadentod aber nachträglich. Überzeugt hat ihn das Schicksal eines an Ge- hirnhautentzündung erkrankten und von ihm behandelten Kleinkindes, das inzwischen blind, taub und "ganz idiotisch" ist. Das letzte Drittel des Films nimmt der Strafprozess gegen Dr. Heyt wegen Mordes ein.
Der Film hat Tötung auf Verlangen zum Thema, wird heute jedoch allgemein als Propaganda- film für den nationalsozialistischen Krankenmord gewertet und war sicher auch so intendiert, doch er ist ebenso ein Plädoyer für aktive Sterbehilfe.
Ich klage an zeigt sehr eindrücklich, wie Propaganda funktioniert und die öffentliche Meinung zum Thema Sterbehilfe / Euthanasie beeinflusst werden sollte. Dies ist unserer Meinung nach auch heute, in Zeiten des Populismus, der Fake-News und Diskussionen um Sozialausga- ben noch relevant und bedarf einer aktiven Auseinandersetzung.

Einladung im PDF-Format

Zurück