Bundesverband

Der Bundesverband ist der Zusammenschluss aller Landesverbände. In ihm sind die Landesvorsitzenden bzw. die jeweiligen Delegierten vertreten. Er trifft sich viermal im Jahr zur Bundeskonferenz zum Austausch zwischen den einzelnen Bundesländern, zur Problemerörterung und -lösung sowie zur Maßnahmeneinleitung.

Aktuelle Tätigkeiten (Auswahl) in der Übersicht:

 

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Der Berufsverband Heilerziehungspflege in Deutschland e.V. unterstützt selbstverständlich die Aufwertungskampagne von ver.di!

Eine Gesellschaft, die niemanden ausgrenzt und in der jeder seinen Platz hat, hat den höchsten Wert. Dieses Ziel lässt sich aber nicht zum Nulltarif erreichen. Als Berufsverband setzen wir uns für die Profession ein, die jeden Tag einen zentralen Beitrag für eine inklusive Gesellschaft leistet - die HeilerziehungspflegerInnen. Darum fordern wir gerechte Löhne für alle, die in der sozialen Arbeit jeden Tag großartige Arbeit verrichten. Und darum unterstützen wir die Forderung von ver.di!

Sei dabei!!!

Urkunden in Niedersachsen

Es geht um den fehlenden Zusatz „staatlich anerkannte/r“ (Heilerziehungspfleger/in) auf den Urkunden der Absolventen/innen der Fachschulen Heilerziehungspflege in Niedersachsen. Der Berufsverband Heilerziehungspflege in Deutschland e.V. kann und will dies nicht akzeptieren und hat wie folgt vor dem Ministerium argumentiert und um Abänderung gebeten.

Es mehren sich nämlich hierdurch die Einstellungsschwierigkeiten der Absolventen in Einrichtungen im gesamten Bundesgebiet, da Personalverantwortliche nicht verstehen, warum in allen Bundesländern die staatliche Anerkennung ausgewiesen wird und in Niedersachen eben nicht. Manche fragen sich gar, ob es sich hier vielleicht um eine mindere Qualifikation handele.

Auch immer mehr Absolventen der Heilerziehungspflegeausbildung melden sich bei uns und teilen mit, dass sie aufgrund des fehlenden Zusatzes keine Stelle bekommen. Personalchefs versicherten mir im Rahmen zahlreicher von mir geführter Klärungsgespräche, dass es - vor dem von mir in diesem Rahmen geschilderten Hintergrund - allein an dem fehlenden Zusatz scheitere, die Qualifikation so jedoch vollkommen ausreichend sei.

Formal wäre der Verweis auf die KMK-Rahmenvereinbarung, in der die Vergleichbarkeit der Abschlüsse niedergeschrieben ist, natürlich richtig. Jedoch wissen dies naturgemäß  nicht alle Arbeitgeber - und können dies auch gar nicht.

Im Rahmen der absoluten Gleichberechtigung der Heilerziehungspflegerinnen und Heilerziehungspfleger bitte ich Sie um Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels in Teilen Deutschlands ist es enorm wichtig, auch den Absolventen aus Niedersachsen diesen Markt zu öffnen.

Aufgrund des fehlenden Zusatzes „staatlich anerkannte/r“ werden viele Absolventen in der Stellenauswahl sehr eingeschränkt oder müssen gar eine Arbeitslosigkeit in Kauf nehmen. Dieser Zustand ist (nicht nur) aufgrund der aktuellen Arbeitsmarktlage unhaltbar.

Ich bitte Sie, diesen Zustand zu beenden. Gewähren Sie den niedersächsischen Absolventen diesen Zusatz und verhindern Sie damit eine völlig unnötige Diskriminierung der niedersächsischen Heilerziehungspflegerinnen und Heilerziehungspfleger im gesamtdeutschen Arbeitsmarkt.

 

David Schmidt
Bundesvorsitzender

Eine Stellungnahme bzw. Antwort wird erwartet.

Grundsatzpapier

Grundsatzpapier

1. Intention
2. Berufsbeschreibung
a) Entwicklung
b) Ist-Standsbeschreibung
3. Zielformulierung
4. Realisierungsmöglichkeiten
5. Weitere Perspektiven

 

1. Intention

Aufgrund der in den zurückliegenden Jahren kontrovers geführten berufspolitischen  Diskussion, sieht sich der Berufsverband Heilerziehungspflege in Deutschland e.V. gefordert, für die Heilerziehungspflege eine eindeutige Position zu beziehen. Der Berufsverband versteht sich als die legitimierte Interessensvertretung aller Heilerziehungspfleger in Deutschland, mit dem Ziel, Arbeits- und Rahmenbedingungen für alle Heilerziehungspfleger bundeseinheitlich zu gestalten.

Dies gilt sowohl für die Vergleichbarkeit der Ausbildungsinhalte als auch für die daran anschließenden beruflichen Tätigkeitsfelder.

 

2. Berufsbeschreibung

a) Entwicklung

Die Berufsbezeichnung Heilerziehungspflege wurde bereits im Jahre 1957 geprägt, erste staatliche Ausbildungen fanden in Baden-Württemberg ab 1967 statt und die erste staatliche Prüfung erfolgte am 01.07.1971. In der Folge entstanden Ausbildungsstätten zunächst in Bayern und Niedersachsen.

Begründet war die Notwendigkeit der Schaffung dieses neuen Berufsbildes in der Erkenntnis, dass auch Menschen mit Behinderungen professionelle Hilfen gewährt werden müssen, um sie bestmöglich zu fördern, zu bilden, zu beschäftigen oder auch zu pflegen. Den ursprünglich vorrangig kirchlichen Trägern der Behindertenhilfe war dabei die ganzheitliche Betrachtung des Menschen mit Behinderung unabhängig von Art und Schwere der Behinderungen ein wesentliches Anliegen.

In diesem Zusammenhang muss darauf hingewiesen werden, dass sich damals die Behindertenhilfe fast ausschließlich auf stationäre Hilfen beschränkte und die Heilerziehungspfleger an Ausbildungsstätten der eigenen Institutionen für den dort jeweiligen Bedarf ausgebildet wurden.

Darin begründet sich unter anderem die bis heute noch gültige Vielfältigkeit der Ausbildungsinhalte in den einzelnen Bundesländern.

Heilerziehungspfleger sind die einzigen Fachkräfte in der Behindertenhilfe, die über fundierte pädagogische, pflegerische und gemeinwesenorientierte Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen und diese miteinander vernetzen.

 

b) Ist-Standsbeschreibung

Aktuell wird das Berufsbild an ca. 220 Ausbildungsstätten bundesweit ausgebildet. Von diesen sind derzeit ca. die Hälfte in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Ausbildungsstätten für Heilerziehungspflege in Deutschland e.V. (BAG-HEP) organisiert.

2001 wurde erstmals unter Mitwirkung des Bundesverbandes eine Rahmenvereinbarung zur Ausbildung durch die ständige Konferenz der Kultusministerien der Länder für das Berufsbild Heilerziehungspflege festgeschrieben, mit der Verpflichtung, diese mit dem Ausbildungsjahr 2004/2005 verbindlich umzusetzen. Dadurch sollten erstmals Zugangsvoraussetzungen, Dauer, Ausbildungsform und die gegenseitige Anerkennung bundeseinheitlich geregelt werden.

Spätestens seit Mitte der 90er Jahre befindet sich die Behindertenhilfe im Umbruch. Dies führt einerseits zu sich verändernden Anforderungen in den stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe wie auch zu völlig neuen Wohn- und Betreuungsformen außerhalb stationärer Einrichtungen. Die demographische Entwicklung führt zu einem deutlich steigenden Assistenz- und Hilfebedarf. Die Anforderungen an das Berufsbild haben sich durch diese Veränderungen qualitativ und quantitativ wesentlich verändert, wobei sich die Ausbildung auf diese Veränderungen nur in Teilen inhaltlich wirksam darauf eingestellt hat.

 

3. Zielbeschreibung

Oberstes Ziel des Berufsverbandes ist es, dass Heilerziehungspfleger überall dort, wo Menschen mit Behinderungen der Hilfe, Assistenz (Beratung und Begleitung, Pflege und Versorgung) und Unterstützung bedürfen, tätig und beschäftigt werden. Heilerziehungspfleger sind, wie keine andere Berufsgruppe, Spezialisten für die Arbeitsfelder der Behindertenhilfe. Das Berufsbild des Heilerziehungspflegers und dessen Kompetenzprofil sind bei allen Institutionen in deren Verantwortungsbereich „Behindertenhilfe“ stattfindet, bekannt und anerkannt. Dies gilt neben den traditionellen Tätigkeitsfeldern, in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe, WfbM und Förderstätten, insbesondere für die Bereiche der Frühförderung, der Tagesbetreuung, in Kindertagesstätten, die schulische Bildung, sowohl im Kinder- und Jugend- als auch im Erwachsenenbereich, bis hin zu Assistenzdiensten und persönlichem Budget im ambulant betreuten Wohnen und der Begleitung von Menschen mit psychischen Behinderungen. Der Heilerziehungspfleger wirkt dabei sowohl in allgemein unterstützenden als auch leitenden Funktionen.

Die Vergütung richtet sich nach den tariflichen Regelungen des TVöD für qualifizierte und anerkannte Fachkräfte.

 

4. Realisierungsmöglichkeiten

Der Berufsverband arbeitet mit der BAG-HEP und den anerkannten Trägern der freien Wohlfahrtspflege eng zusammen. Die Ausbildungsformen und Ausbildungsinhalte sind bundeseinheitlich so zu standardisieren, dass das Berufsbild eine eindeutige Identität erfährt. Die Rahmenvereinbarung von 2001 wird fortgeschrieben, wesentliche Ausbildungsinhalte werden verbindlich festgeschrieben.

Dadurch erhält das Berufsbild eine eindeutige unverwechselbare Identität und grenzt sich erkennbar von anderen Berufsgruppen ab. Des Weiteren wirkt der Berufsverband darauf hin, dass die grundlegenden Kriterien der Rahmenvereinbarung hinsichtlich der Zugangsvoraussetzungen verbindlich eingehalten und von den einzelnen Bundesländern weder unter- noch überschritten werden. Ein Unterschreiten der festgelegten Mindeststundenzahl ist generell nicht möglich. Die Ausbildung in der 2-jährigen Vollzeitausbildung mit Berufsanerkennungsjahr und in der 3-jährigen berufsbegleitenden Form ist zwingend vergleichbar zu gestalten.

Für die Praxisanleitung vor Ort sind bundeseinheitliche Standards zu entwickeln.

Überall dort, wo neben den vermittelten Kernkompetenzen Zusatzqualifikationen notwendig sind (Behandlungspflege, Psychiatrie, Schulausbildung etc.), werden standardisierte und länderrechtlich anerkannte Zusatzqualifikationen und Qualifizierungsmöglichkeiten für HEPs im Sinne der besseren Aussichten auf Anerkennung und Weiterentwicklung geschaffen. Diese sind idealer Weise den Fachschulen für Heilerziehungspflege angegliedert.

 

5. Weitere Perspektiven

Durch diese Modifikation der Ausbildung wird der Zugang zu schon jetzt formulierten Arbeits- und Tätigkeitsfeldern realisiert. Der Wechsel des Schul- und Arbeitsplatzes zwischen den Bundesländern muss konsequent gewährt werden.

 

Nähere Informationen sowie Tätigkeitsbeschreibungen entnehmen Sie bitte dem Kompetenzprofil des Berufsverband Heilerziehungspflege in Deutschland e.V.

Resolution der Berufsbildungswerke

Die Ausbildung für Behinderte oder von Behinderung bedrohter junger Menschen in den Berufsbildungswerken stärken – Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen Mitarbeitervertreter / innen und Betriebsräte der Berufsbildungswerke und ver.di fordern:

  • Inklusion nicht länger als „Sparpaket“ zu verstehen. Jungen Menschen zu einer inklusiven beruflichen Perspektive zu verhelfen ist kosten- und zeitintensiv und setzt Mitarbeiter / innen voraus, die speziell dafür aus- und weitergebildet sind. Dies erfordert menschenwürdige Rahmenbedingungen, die nicht allein und ständig von Druck und wirtschaftlichen Zwängen geprägt sind!
  • die derzeitige Ausschreibungspraxis der Bundesagentur für Arbeit im Bereich der Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben zu stoppen!
  • die Kostensätze in preisverhandelten Maßnahmen sind so zu gestalten, dass sie über statt unter dem Inflations- und Tarifausgleich liegen, damit Investitionen in Mitarbeiter / innen und „inklusive Ausstattung“ wieder möglich sind!
  • dass BBW-Mitarbeiter / innen nicht zu „lästigen Kostenfaktoren“ degradiert werden. Wir BBWMitarbeiter / innen sind diejenigen, die Inklusion, Bildung und Teilhabe für viele junge Menschen überhaupt erst möglichen machen.
  • Inklusion richtig verstanden heißt eben nicht „betriebliche Ausbildung für alle!“ – sondern Unterstützung entsprechend dem jeweils individuell notwendigen Bedarf! Und dies setzt die Existenz der vorhandenen Infrastruktur und des Know-How der BBWMitarbeiter / innen voraus, um jungen behinderten Menschen weiterhin die Teilhabe zu ermöglichen und Betriebe und Gesellschaft zum Thema Integration und Inklusion zu beraten und zu unterstützen.

Unterstützen Sie deshalb diese Forderungen vonMitarbeitervertretungen und Betriebsräten der Berufsbildungswerke, damit Inklusion für alle auch zukünftig gelingen kann!

Nähere Informationen in den HEP-Informationen 3 / 13